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Die Uhren anders stellen...
Gedanken zur Fastenzeit

In meinem Alltag habe ich zwei wesentliche Fixpunkte: Arbeit und Familie. Das Spannungsfeld in meiner Arbeit, das in der Beziehung zwischen Kunden, Unternehmen und Mitarbeitern tagtäglich unter einem enormen Zeit- und Kostendruck zu balancieren ist, erfordert oftmals mehr an Einsatz als ich zu geben gewillt bin. Andererseits möchte ich meiner Frau und unseren fünf Kindern ein Partner und Vater sein, der nicht nur nebenbei mitlebt, sondern konkret in den großen und kleinen Situationen unserer Familie Verantwortung übernimmt. So vergehen all die Tage, ausgefüllt von Arbeit und Familie – aber dennoch drängt sich mir die Frage auf, wohin mein Weg letztendlich führt.

Jetzt in der Fastenzeit wird mir wieder bewusst, dass wir Ostern feiern werden. Ostern – d.h. wir können durch den Tod auf die Auferstehung blicken. Ein Hinschauen auf Jesus Christus und sich geborgen wissen in der unendlichen Liebe Gottes.

Aber mein Alltag? Wie kann ich mich in der täglichen Hektik auf Ostern vorbereiten? Ich weiß, dass ich meinen Alltag nicht umkrempeln kann. Ich kann und will nicht eine Woche Auszeit nehmen. Ich denke, ich muss eine einfache Möglichkeit finden, mich innerlich wieder neu auszurichten... Da fällt mir ein Wort aus der Bibel ein „...wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ (Matt. 6,21). Wenn es mir gelingt, die Barmherzigkeit, die Gott mir schenken möchte, als Schatz zu entdecken, dann kann es mir vielleicht auch gelingen, diese in meinem Alltag „Arbeit & Familie“ weiterzugeben. Den beiden Fixpunkten in meinem Leben – sozusagen – einen umfassenden und durchdringenden Sinn geben. Wie kann ich diese Barmherzigkeit Gottes finden? Dazu fällt mir ein, dass ich mit Gott „Kontakt“ aufnehmen kann. Z.B. in kurzen Gebeten während des Tages oder eine längere Zeit des Gebetes am Abend. Die Barmherzigkeit geschenkt bekommen – gratis und persönlich – im Sakrament der Versöhnung ... oder den Besuch der Hl. Messe. Wenn ich so nachdenke, dann ergeben sich für mich spontan auch einige Möglichkeiten, wie ich diese empfangene Barmherzigkeit weitergeben kann.

Die Barmherzigkeit Gottes empfangen und weitergeben - das nehme ich mir für meine Fastenzeit und Vorbereitung auf Ostern vor.

Werner Reinalter, Graz

Datum:
Wed, 17 February 2010, 00:00
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